Wenn man als cyclist auf Neuseelands Strassen unterwegs ist, wird man im allgemeinen nicht nur durch dive bombing uebende magpies aus seinen Tagtraeumen gerissen sondern des oefteren von einer noch gemeineren Spezies bedraengt, die einere naehere Betrachtung verdient:
Der Kraftfahrzeugfuehrer, insbesondere der, der auf den Anblick eines bikers mit dem Produzieren eines hoechst zivilisationsbedingten Geraeuschs reagiert, dem „Hupen“.
Grundsaetzlich ist zwischen dem positiven und negativen Hupen zu unterscheiden, auch wenn nicht in allen Situationen eine eindeutige Zuordnung vorgenommen werden kann.
Zuerst moechte ich den „postivien Huper“ beschreiben. Die meisten Fahrzeuge aus der Gegenrichtung koennen dieser Klasse, oder auch der Untergruppe “ Ich hupe um andere auf dich aufmerksam zu machen“ zugeordnet werden, da man (der biker) diesen unter normalen Umstaenden kein Grund zum Aergernis bieten kann.
Der positive – auch motivierende Huper genannte – Autofahrer macht sich ausserdem oft durch winken oder das „Daumen hoch“ Signal kenntlich. Auch das Hupen selbst kann seine ganz eigene Charakteristik entwickeln, meist ist es eher zaghaft, um die Lautstaerke mit Ruecksicht auf die Ohren des Cyclisten zu drosseln und manchmal trifft man gar auf „Hupvirtouosen“, die den, mit dem Anstieg kaempfenden 2 WS (Wadenstaerken) betriebenen Lastesel ein aufmunterndes Liedchen traellern. Positive Huper scheinen besonders haeufig in untermotorisierten und ueberladenen Ferienfahrzeugen aufzutreten, da die Besitzer meist gelernt haben, dass es nicht auf jede Minute ankommt.
Diese Erkenntnis scheint dem „negativen Huper“ in der Tag fremd zu sein. Vielmehr befindet sich diese Spezies permanent auf einem von unglaublicher Wichtigkeit getriebenen Rennen gegen die Zeit. Auch die Einsicht, dass lautes Hupen den die schnelle Weiterfahrt behindernden cyclisten nicht zum Verschwinden bringen wird, erscheint diesen Bestien in Menschengestalt fremd. Sie schleichen sich mit zu hoher Geschwindigkeit an den mit den Naturgewalten kaempfenden biker heran, um ihm just bei Beginn des – meist halsbrecherischen und innerhalb des 0,5 – 1 Meter Sicherheitsradius ablaufenden – Ueberholvorgangs mit einem lauten wuetenden Hupen zu begluecken. Dass dies die Situation in keinem Fall besser macht, sondern hoechstens schlimmer (wenn der Tretmuehlenfahrer naemlich vor Schreck einen Schlenker im Sicherheitsradius macht(in dem sich in dem Moment aber leider auch der negative Huper befindet)) scheint nicht mal im Traum ein Teil der Realitaet fuer diese menschen zu sein.
Und dem, nsch diesem Vorgang mit uebermaessig viel Adrenalin versorgten, cyclisten bleibt nur ohnmaechtig die Faust nach dem davon rauschenden Fahrzeug zu schuetteln und sich zu fragen, ob dies wirklich negativ gemeint war, oder sich ein Subjekt der Klasse “ positiver Huper“ nur nicht darueber im Klaren war, wie laut seine Hupe ausserhalb des Fahrzeugs eigentlich ist…
Alles in allem laesst sich wieder einmal feststellen, dass in einem mit (meist..) besserem Wetter und niedrigerer Einwohnderdichte gesegnetem Land die Hupe von der reinen deutschen Waffe – aeh….hust, hust, ich meinte natuerlich vom reinen Warninstrument) zu einem vielseitig genutzten und schwer zu deutenden Kommunikationsmittel mutiert. Und es liegt wohl ganz im Auge des Betrachters welche Umgangsart er als die bessere erachtet.
In diesem Sinne:
Trooooeeet! Troooooeeeet!
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